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Der Möwen-Versuch: Wirkung von Antioxidantien

Zwei spanische Forscher sammelten Daten über Küken von Mittelmeermöwen auf der spanischen Insel Salvora. Sie fütterten die Hälfte von ihnen mit antioxidierenden Vitaminpräparaten um zu beweisen, dass Antioxidantien tatsächlich ein langes Leben versprechen.

Insgesamt schien die Nahrungsergänzung keine messbare lebensverlängernde Wirkung zu haben. Spannend wird es allerdings, wenn man den Charakter der einzelnen Vogelindividuen zusätzlich auswertet, erkannten die Forscher. Denn wie bei allen Lebewesen gibt es auch bei Möwenküken mutigere und vorsichtigere – das hat sowohl Auswirkungen auf den Stress, dem die Küken schon früh im Leben ausgesetzt sind.

Die Auswertung der Forscher ergab, dass die Möwen, die mutiger sind und dadurch mehr Stress haben, tatsächlich auch durchschnittlich kürzere Telomere (verantwortlich für Lebenszeit/Erneuerung der Zellen) aufwiesen – was auch ihre Lebenserwartung senkt.

Eben diese Gruppe von stark gestressten Möwen schien tatsächlich von Nahrungsergänzungspräparaten zu profitieren: Bei den gestressten Tieren, die Antioxidantien zu futtern bekamen, verkürzten sich die Telomere nicht mehr stärker als bei den gemächlicher zu Werke gehenden und vorsichtigen Tieren. 

Die Forschungsergebnisse von Sin-Yeon Kim und Alberto Velando wurden am 06. Mai 2015 im The Royal Society Journal unter dem Titel „Antioxidants safeguard telomeres in bold chicks“